Aspergirl notes

Notizen eines ganz normalen Lebens mit Asperger - Notes of a very normal life with Aspergers

Ein paar Worte zu (OFFTIME)

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Ich habe mich verliebt und ich werde Werbung dafür machen. Seit der letzten re:publica war ich (Beta)Nutzer von (OFFTIME). Mir fiel es anfangs schwer, mich darauf einzulassen. Das Einstellen verschiedener Profile, festlegen, wie lange man sich wegschaltet etc. Dank meines Fairphones hatte ich ja schon eine App vorinstalliert (Peace of Mind), die mich mit einer einzigen Bewegung ausklinken ließ, aus dieser Welt.

Was war nun aber anders? Es liegt wohl daran, dass ich meine Nutzung nicht dem unterwerfe, was von (OFFTIME) angedacht war. Es geht mir nicht darum, weg zu sein aus der virtuellen Welt. Dafür wie gesagt hätte ich das leichter zu bedienende Peace of Mind, Nein, ich sehe (OFFTIME) als hervorragendes Tool, das Telefon einfach so einzustellen, wie ich es in meiner jetzigen Situation als Autistin brauche. Und das ist primär: KEINE ANRUFE!

Ja ich weiß, ich könnte auch lautlos schalten, nicht ran gehen. Aber das habe ich eh schon. Die Anzeige allein, dass jemand angerufen hat, stresst mich oft so sehr, dass ich nicht mehr in meinen Takt komme. So stelle ich es einfach ein. Der Anrufer bekommt eine freundliche Nachricht, dass ich nicht rangehen werde und ich bekomme von all dem nichts mit. Die Nachricht kann man natürlich personalisieren. Und da es Menschen gibt, die mich immer erreichen dürfen, habe ich das auch eingestellt.

Ich denke, über das Potential für Autisten und generell introvertierten Menschen, die ein Problem mit dem Telefonieren, aber nicht mit dem Smartphone an sich haben, ist man sich noch gar nicht bewusst. Mir hilft es ungemein. Und ich bin dankbar, dass es (OFFTIME) gibt. Leider bisher nur für Android, aber man arbeitet dran.



Die Suche nach dem Schrei

Ich kann nicht mehr. Ich habe jetzt einen Monat nicht mehr geschrieben, bin weg gefahren, Ruhe zu finden und fand sie nicht. Es war, rein akustisch, unglaublich ruhig. Das Licht war hell, wie ich es liebe, aber nicht zu hell, um Schmerz zu bereiten. Die Menschen waren ruhig und still und kamen nicht zu nahe. Wunderbar - eigentlich. 

Das Eigentlich waren tägliche Anrufe, Kurznachrichten. Abladen der psychischen Probleme einer hochdepressiven Mutter bei mir. Abwehr bringt nichts. “Dafür bist Du doch da!”, “Ich muss doch mit jemandem reden”…ja, jemand. Nur nicht mich. Bitte bitte, endlich nicht mehr nur mich! Ich kann nicht mehr. Ich bin kein Mülleimer. Ich komme mit Emotionen schon so nicht klar. Aber das wird sie nicht verstehen. Ich bin ja dafür da. Wenn ich versuche, Lösungen zu finden, zu sagen, was ich denke, was sie hat, werde ich angegangen. Ich habe ja keine Ahnung. Die Ärzte aber andersherum auch nicht. Sie droht mit Sterben und eigentlich hat sich panische Angst vor dem Sterben. Sie ist das Opfer, immer sie, immer sie. Und ich? Ich bin vergessen. Geboren, damit sie nicht allein sei, damit sie jemand liebt. Ich weiß nicht, was es ist. Ich merke nur immer mehr, dass ich mich sehne, all das nicht mehr ist, nicht sein muss. Ich mich nicht mehr kümmern muss, zuhören und nicht gehört werden. Nie gefragt werden, wie es mir geht. Noch heute, versteht sie nicht, was mit meinem Gehirn los ist. Sie will es wohl auch nicht verstehen, ich bin ja auch normal. Um welchen Preis ich diese Normalität nur aufrechterhalten kann und dass sie der Auslöser vieler Probleme geworden ist, dass sieht sie nicht. 

Ich bin am Ende. Überlege, wieder in Therapie zu gehen. Ich will keinen Zusammenbruch mehr. Nie mehr. Meine Migränehäufigkeit ist wider extrem angestiegen. Der Termin mit der Schmerztherapeutin wieder gemacht. Doch wieder nur Symptombehandlung. Keine Ursachen. 

Ich ertappe mich dabei, zu überlegen, was ich alles in die Wege leiten muss, wenn sie nicht mehr ist. Ich ertappe mich, zu denken, dass mir das zuviel Arbeit ist, zuviele Menschen, zuviele Entscheidungen und ich ertappe mich, einfach zu verschwinden, um irgendwann mein Leben leben zu können. 

Ich bin seit zehn Tagen wieder zuhause. All mein Urlaubsgesicht, mein Strahlen ist weg. Ich bin nur noch müde und abgehetzt und gehe nicht raus außer zur Arbeit. Ich verkrieche mich in mein Schneckenhaus und bin froh, dass ich jemanden habe, der mich lässt. Der mich einfach vor mich hinpuzzeln lässt. Der weiß, dass ich das brauche, nicht reden will, Ruhe für das Feuer im Kopf brauche, die Synapsen still halten…es versuchen. Nur eines, ich kann nicht mehr. Ich bin kein Therapeut. Ich werde aber als solcher missbraucht und ich will es nicht. Wenn ich auch nicht sagen darf, was ich denke, will ich nicht gefragt und nicht belästigt werden. Ich denke, durch all die Jahre kann ich Menschen inzwischen besser analysieren, als so mancher NT, wenn ich sie kenne. Und hier…es ist so klar und so deutlich. Aber es geht ja nur darum, seinen Müll bei mir abzuladen und nicht nachzudenken, wie es mir dabei geht. 

Ich kann nicht mehr. 

Die Suche nach dem Schrei

Ich kann nicht mehr. Ich habe jetzt einen Monat nicht mehr geschrieben, bin weg gefahren, Ruhe zu finden und fand sie nicht. Es war, rein akustisch, unglaublich ruhig. Das Licht war hell, wie ich es liebe, aber nicht zu hell, um Schmerz zu bereiten. Die Menschen waren ruhig und still und kamen nicht zu nahe. Wunderbar - eigentlich. 
Das Eigentlich waren tägliche Anrufe, Kurznachrichten. Abladen der psychischen Probleme einer hochdepressiven Mutter bei mir. Abwehr bringt nichts. “Dafür bist Du doch da!”, “Ich muss doch mit jemandem reden”…ja, jemand. Nur nicht mich. Bitte bitte, endlich nicht mehr nur mich! Ich kann nicht mehr. Ich bin kein Mülleimer. Ich komme mit Emotionen schon so nicht klar. Aber das wird sie nicht verstehen. Ich bin ja dafür da. Wenn ich versuche, Lösungen zu finden, zu sagen, was ich denke, was sie hat, werde ich angegangen. Ich habe ja keine Ahnung. Die Ärzte aber andersherum auch nicht. Sie droht mit Sterben und eigentlich hat sich panische Angst vor dem Sterben. Sie ist das Opfer, immer sie, immer sie. Und ich? Ich bin vergessen. Geboren, damit sie nicht allein sei, damit sie jemand liebt. Ich weiß nicht, was es ist. Ich merke nur immer mehr, dass ich mich sehne, all das nicht mehr ist, nicht sein muss. Ich mich nicht mehr kümmern muss, zuhören und nicht gehört werden. Nie gefragt werden, wie es mir geht. Noch heute, versteht sie nicht, was mit meinem Gehirn los ist. Sie will es wohl auch nicht verstehen, ich bin ja auch normal. Um welchen Preis ich diese Normalität nur aufrechterhalten kann und dass sie der Auslöser vieler Probleme geworden ist, dass sieht sie nicht. 
Ich bin am Ende. Überlege, wieder in Therapie zu gehen. Ich will keinen Zusammenbruch mehr. Nie mehr. Meine Migränehäufigkeit ist wider extrem angestiegen. Der Termin mit der Schmerztherapeutin wieder gemacht. Doch wieder nur Symptombehandlung. Keine Ursachen. 
Ich ertappe mich dabei, zu überlegen, was ich alles in die Wege leiten muss, wenn sie nicht mehr ist. Ich ertappe mich, zu denken, dass mir das zuviel Arbeit ist, zuviele Menschen, zuviele Entscheidungen und ich ertappe mich, einfach zu verschwinden, um irgendwann mein Leben leben zu können. 
Ich bin seit zehn Tagen wieder zuhause. All mein Urlaubsgesicht, mein Strahlen ist weg. Ich bin nur noch müde und abgehetzt und gehe nicht raus außer zur Arbeit. Ich verkrieche mich in mein Schneckenhaus und bin froh, dass ich jemanden habe, der mich lässt. Der mich einfach vor mich hinpuzzeln lässt. Der weiß, dass ich das brauche, nicht reden will, Ruhe für das Feuer im Kopf brauche, die Synapsen still halten…es versuchen. Nur eines, ich kann nicht mehr. Ich bin kein Therapeut. Ich werde aber als solcher missbraucht und ich will es nicht. Wenn ich auch nicht sagen darf, was ich denke, will ich nicht gefragt und nicht belästigt werden. Ich denke, durch all die Jahre kann ich Menschen inzwischen besser analysieren, als so mancher NT, wenn ich sie kenne. Und hier…es ist so klar und so deutlich. Aber es geht ja nur darum, seinen Müll bei mir abzuladen und nicht nachzudenken, wie es mir dabei geht. 
Ich kann nicht mehr. 


Differences

I’d like to write about differences today. I realized, that if people know at all or have heard of Asperger’s, they do have some kind of clear picture of what it is. But there’s no clear picture.

The best, even for myself, is to just remind myself to my Ex. Let’s call him Paul. Paul and I have had an intensive relationship and things, people from outside found strange on him, I found rather normal. That’s now about 16 years ago and it was the time, when diagnosing Asperger’s started…but by far not in Germany. So, people though, Paul was strange…but hey, he was so smart and witty…there couldn’t be anything wrong. Ja, there was. And strange enough, I was the first to somehow suffer from it…but also the first trying to help, after he had a breakdown in later years. In a time, we didn’t have contact anymore.

So let’s see. First things, one recognized might have been his stacato like talk. Words where spit out in a speed, hard to follow. Paul never had a quiet voice. Everything was fast, one realized, he was faster thinking than talking. And he talked a lot. Looking at me, I need long to talk especially when there are strangers. I need long to make contact. Paul always went to new people right away, chatting with them, asking them about themselves. Things which are still difficult if not impossible for me. But that way, he was my backup.

When one was a bit closer, one realized his obsessions. They were not like books say interests in trains or buildings or whatever. His obsessions were mainly food and music. I remember weeks of self made popcorn…every day, every time of the day, followed by certain kinds of bought potato chips. I never had a food obsession. Mine is knowledge. Once I’m interessted in a topic, I can’t stop reading about it - including buying tons of books. And yes, I read them all.
His next obsession was music. Day and night we had gregorian chorals….in the beginning, when I learned to know him, it was “Freude schöner Götterfunken”. Music obsessions are something I do understand, I have them myself…not in this way and with different music, but they are there.

The third remarkable thing was, that Paul never ever was preoccupied. something, in a political way got difficult. But somehow, he only was interested in the people. So his friends came from every background - and when I say every, I mean every. Luckily, they never met. I’m somewhat the same. But due to my family’s history, i had to learn early, that one shouldn’t trust too easily. As I’m anyways needing long to talk to people, that’s not difficult. Nevertheless I’m often said, that I’m not preoccupied enough, that I understand too much….whatever. What else shall one do in a world, one doesn’t realy understand, than trying to understand it? Though I know the consequences of people’s thoughts and believes. Paul obviously didn’t think of it.

Another thing, I learned early is, that one has to be careful with what one says. People could react strangely. So when I say something at all. I always play the game of ittt (if this, then that) I learned, how people react. They are study objects all my life and I know mostly, how to play this game. Although it’s tyring…and obviously more and more people don’t care about it. Something making it even more difficult to cope in this world. Paul instead always said, what he thought. No matter what consequences it had. He didn’t understand NTs, like I did. I could explain things like this to him. But then it obviously got more difficult for him. After all he had to stop his dissertation. His Prof. couldn’t deal with him this way. No one explained Paul the rules of NTs. His parents didn’t think of something wrong with him…his father most likely was an Aspie himself, his sister surely was. With even more problems to deal with NTs…but she was the greatest vet I’ve ever known. She couldn’t talk with humans but she had the best feeling for animals. There was not one pet being afraid of her. They just made a connection.

Later years I heard, that Paul was in a psychiatric clinic. He brought himself there. I called the doc, as I was worried about him. II was told, I was the first one, interested and even offering help. His parents only wanted him to leave there….what would the neighbors say? Paul stayed only for a week. I don’t know, if he was diagnosed there. I haven’t heard of him in a while. Only a few years later, when he returned to Berlin after his Prof fired him. He stayed at my place for the first weeks. I had the impression, he had even more difficulties coping with the world. In the meanwhile he had two children, but wouldn’t live with them. He told about them, as they were strangers…and some kind of experiment.


Again, I didn’t hear of him in a while. II had to get him out of my place, as he crossed the line of getting into my room while I was asleep. He still was my friend. But learning about the N world seemed more difficult for him, then for me. II think, I could do that better in the meanwhile

The least thing I heard was, that he rented a room close to his children…he”s working as what he is, a great physicist. And I know, he knows by now, what we have.

Both of us where born in a time, when Aspergers was unknown in Germany. Both of us are diagnosed the same. Nevertheless, we are different. As humans are.


I’m tired. And somehow I feel like writing in English today. I don’t know why. This language thing is always a bit crazy with me. 
So now I’m sitting here at work and just feel like sleeping. Instead I have to cope with people. Ja, I know, I could find myself a job withough people. But that’s life. I’m happy, I have the jobs I have. But right now, I’m just tired from running around. From not having a second for myself. From being worn out by other people, gaining energy from me, but not asking, how I could get energy. I don’t get any. I feel like walking the line, one side up, one side down. And the latter one would be the easy way. I don’t want to get drawn down to a depression again, I don’t want to be burned out again. I simply wish, people around me would understand, that silence, lonelyness is my healing method.
But do they understand? No, they don’t. They see, what they are fighting with themselves, their stress is this always faster world and they do not understand, what a none NT needs. So far I wish, I could have this one week of not talking to anyone. I recognize, that my silencing is getting more. That I simply mute. I know me by now and know, that’s no good sign. 
So I yell to this world, the way I’m able to yell: Please give me silence, stop pulling at me, stop expecting things of me. Just leave me for a while or I will break. I broke too often. I don’t know, if can can stand another time.

I’m tired. And somehow I feel like writing in English today. I don’t know why. This language thing is always a bit crazy with me.
So now I’m sitting here at work and just feel like sleeping. Instead I have to cope with people. Ja, I know, I could find myself a job withough people. But that’s life. I’m happy, I have the jobs I have. But right now, I’m just tired from running around. From not having a second for myself. From being worn out by other people, gaining energy from me, but not asking, how I could get energy. I don’t get any. I feel like walking the line, one side up, one side down. And the latter one would be the easy way. I don’t want to get drawn down to a depression again, I don’t want to be burned out again. I simply wish, people around me would understand, that silence, lonelyness is my healing method.
But do they understand? No, they don’t. They see, what they are fighting with themselves, their stress is this always faster world and they do not understand, what a none NT needs. So far I wish, I could have this one week of not talking to anyone. I recognize, that my silencing is getting more. That I simply mute. I know me by now and know, that’s no good sign.
So I yell to this world, the way I’m able to yell: Please give me silence, stop pulling at me, stop expecting things of me. Just leave me for a while or I will break. I broke too often. I don’t know, if can can stand another time.



Weihnachten…und was es soll

…nun, das frage ich mich immer. Ich kann mit Weihnachten nichts anfangen. Es ist ein Konstrukt, in dem ich genervte Familien sehe, gestresste Einkäufer und irgendwie immer Menschen, die Weihnachten und seine Verpflichtungen nicht mögen, sich aber auch nicht dagegen wehren.

Für mich heißt Weihnachten auch Stress. Ich habe keinen Einkaufsstress, ich habe diesen elendigen “man sollte aber…und schließlich ist es ja Weihnachten”-Stress. Ich will ihn nicht, ich kann das nicht. Es gibt Streit, immer und immer wieder und letztlich füge ich mich, weil ich es nicht aushalte. Ich bin nicht glücklich, ich fühle mich nicht wohl. Ich mache all das nur, um anderen einen Gefallen zu tun, die aber nicht sehen, dass ich mich quäle.

Ich kann es nicht mehr hören “Das ist ein Familienfest”, “Du bist schließlich die einzige Familie, die wir haben”…es ist mir egal. Es bedeutet mir nichts. Ich mache es dennoch und ärgere mich über mich selbst. Sehne die Zeit herbei, wo all das endlich vorbei sein kann. Ja, das mag böse erscheinen. Aber ich möchte auch gefragt werden.
Das werde ich nicht. Ich sitze dabei, unmotiviert und zähle die Stunden, bis ich endlich wieder nach hause kann. Mich erholen, ausruhen. Weihnachten nimmt Energie - mir noch mehr als NTs, die sich dem ja trotz allem gern aussetzen. Irgendwie auch Sinn darin sehen.
Ich bekomme Migräne, jedes Jahr wieder. Sitze genervt in einer Wolke von Schmerz und wünschte, ich hätte eine Arbeit, bei der ich auch an Weihnachten arbeiten kann - als Ausrede.

An den Feiertagen kann ich es…und bin erleichtert. So kann mich niemand sonst stressen…



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